Alibri Kinderbuch in Weimar // Bilderbuchtagung und Verleihung des HUCKEPACK-Preises

Am vergangenen Wochenende waren die Alibri-Mädels Teresa und Mona auf Reisen. Anlass war die Bilderbuchtagung mit anschließender Verleihung des HUCKEPACK-Preises am 14. April im Goethe-Nationalmuseum in Weimar. Mit im Gepäck hatten wir unser nominiertes Bilderbuch WUT! von Susana Gómez Redondo und Anna Aparicio Català, das von der Jury unter die besten 11 Bilderbücher für den HUCKEPACK-Preis 2018 gewählt wurde.

Doch bevor der wunderbare Preis, der Bilderbücher auszeichnet, die Kinder im Rahmen einer Vorlesesituation emotional stärken, feierlich verliehen wurde, gab es spannende Vorträge rund ums Bilderbuch. Und natürlich haben wir auch viele nette Kolleginnen und Kollegen sowie Fachleute aus der Kinderbuch-Branche kennenlernen dürfen. Weiterlesen

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Die Rettung des kleinen Ferkels

Anfang 2008 wurde in Deutschland eine breite gesellschaftliche Debatte darüber geführt, ob „Religionskritik im Kinderzimmer“ legitim sei oder nicht. Vorausgegangen war ein Antrag des Bundesfamilienministeriums, der darauf abzielte, das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott?“, fragte das kleine Ferkel auf den „Index der jugendgefährdenden Medien“ zu setzen. Hätte dieser Antrag Erfolg gehabt, wäre das „kleine Ferkel“ als das wohl erste „Kinderbuch ab 18“ in die Geschichte eingegangen. Die Autoren und der Verlag wehrten sich jedoch erfolgreich gegen diesen Zensurversuch, indem sie eine umfangreiche Verteidigungsschrift vorlegten, die hier erstmals in Buchform veröffentlicht wird.
Zum „Zehnjährigen Jubiläum der Ferkelrettung“ hat Michael Schmidt-Salomon für dieses Buch ein ausführliches Vorwort verfasst, das verdeutlicht, wie aktuell die Probleme geblieben sind, die vor einem Jahrzehnt im Zuge des „großen Streits um das kleine Ferkel“ in ungewöhnlicher Schärfe zum Vorschein kamen. Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen…

Michael Schmidt-Salomon / Helge Nyncke / Gunnar Schedel
Die Rettung des kleinen Ferkels
Warum auch Kinder über Religion lachen dürfen
149 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro 10.-
ISBN 978-3-86569-222-1

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

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Rückblick auf die Leipziger Buchmesse

Ganz erfolgreich verlief für uns die Leipziger Buchmesse. Vor allem die Kinderbücher stießen auf so reges Interesse, dass bereits am Samstag die Prospekte alle verteilt waren. Und da der Nachschub im Schneechaos rund um Leipzig steckengeblieben ist und die Messe nicht erreicht hat, war das ein kleiner Wermutstropfen. Doch die vielen positiven Reaktionen am Stand ließen das Wetter schnell vergessen. Vor allem Überall und irgendwo, das Kindern, die einen nahen Verwandten verloren haben, ohne Rückgriff auf überweltliche Vorstellungen Trost spendet, erhielt viel Lob.
Für das Sachbuchprogramm brachte der Sonntag mit zwei Buchvorstellungen mit Karsten Krampitz den Höhepunkt. Am frühen Nachmittag wurde der Historiker am Stand der Tageszeitung Neues Deutschland zu seinem Buch über die Geschichte des deutschen Protestantismus im 20. Jahrhundert „Jedermann sei untertan“ interviewt. Und als letzte Veranstaltung auf der Bühne erzählte Krampitz über den Rabbiner Reinhold Lewin und seine wegweisende Arbeit zu Luthers Judenfeindschaft aus dem Jahr 1911, die er im Januar mit einer biographischen Skizze des Autors versehen neu herausgegeben hat.

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Martin Luther: Judenfeindliche Schriften Band 3

Dieser Band beschließt die Neuedition der wichtigsten judenfeindlichen Schriften Martin Luthers. Dass seine Hasstiraden nicht typisch für das 16. Jahrhundert waren, zeigt der auszugsweise wiedergegebene Zwist Luthers mit seinen reformatorischen Brüdern aus Zürich. Bereits 1544 fand Heinrich Bullinger Luthers Sprache unerträglich, eher von einem „Schweinehirten“ als von einem „Seelenhirten“ zu erwarten.
Dokumentiert werden vier Schriften, die erstmalig in heutiges Deutsch übertragen wurden: Psalm 109 aus: Vier tröstende Psalmen für die Königin von Ungarn (1526); Über die letzten Worte Davids (1543); Eine Ermahnung gegen die Juden (1546); Luthers Kurzes Bekenntnis vom heiligen Sakrament (1544) und die Erwiderung Heinrich Bullingers Wahrhaftes Bekenntnis der Diener der Kirchen zu Zürich (1544).
Luther hetzte bis an sein Lebensende gegen die Juden. Die Hasspredigt Eine Ermahnung gegen die Juden schrieb er drei Tage vor seinem Tod. In seinem kurz zuvor verfassten Brief an seine Frau Käthe, die seine Einstellung gegenüber den Juden vollkommen teilte, sprach er sich dafür aus, dass die Obrigkeit den Juden jeglichen Schutz entziehen solle.

Martin Luther
Judenfeindliche Schriften, Band 3
Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserläuterungen
Hrsg. von Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier und Reinhold Schlotz
320 Seiten, kartoniert, Euro 20.-
ISBN 978-3-86569-274-0

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

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Unsere Bilderbücher bei der Müncher Bücherschau junior 2018

Nachdem wir schon vor Wochen vier unserer Bilderbücher auf die Reise zur 12. Münchener Bücherschau junior geschickt hatten, waren wir nun neugierig, wie es dort vor Ort aussieht. Deshalb sind wir einfach mal zu einem Wochenendausflug in die bayerische Landeshauptstadt aufgebrochen und haben unsere vier Bücher Pink Pinguin, Cleo, Schokolade und Sahne und Wut in der großen Bücherausstellung besucht.
Bei unserem Besuch konnten wir feststellen, dass in den Räumen des Münchner Stadtmuseums richtig viel los war. Kleine und große Bücherwürmer und Leseratten waren in große, kleine, dicke und dünne Bücher vertieft und in der Papierwerkstatt wurde eifrig gebastelt. Für buchbegeisterte Familien ist ein Ausflug zur Bücherschau also auf jeden Fall eine Reise wert!
Die Buchausstellung kann noch bis zum 11. März im Münchner Stadtmuseum täglich von 9-19 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

 

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Zehn Jahre Ferkel „vor Gericht“

Heute vor zehn Jahren fand eine denkwürdige Sitzung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien statt. Vor den „Richtern“ standen ein kleines Ferkel und ein kleiner Igel, die gewagt hatten, das Angebot der drei abrahamitischen Weltreligionen lächerlich zu finden. Stellvertretend für die beiden literarischen Figuren aus dem Ferkelbuch saßen der Autor, der Zeichner und zwei Verlagsmitarbeiter auf der „Anklagebank“. Am Ende ging die Sache gut aus, das für ein De facto-Verbot notwendige Quorum wurde nicht erreicht, der Antrag des Bundesfamilienministeriums blieb erfolglos, das religionskritische Kinder- und Erwachsenenbuch konnte weiterhin auch oberhalb der Ladentheke verkauft werden.
Dem Termin vorausgegangen war eine wochenlange öffentliche Auseinandersetzung, in der das Ferkelbuch heftig angegriffen wurde – nicht nur aus kirchlichen und christlich-konservativen Zusammenhängen, sondern auch in Medien, die zur seriösen Presse gezählt werden. Dass die Debatte sich nach einiger Zeit, und noch rechtzeitig vor dem Verhandlungstermin, drehte, war nicht nur auf die Äußerungen einzelner Prominenter sowie sachliche Berichte in der europäischen Presse (z.B. im Berner Bund) zurückzuführen, sondern lag auch an einer ausführlichen Verteidigungsschrift, die Michael Schmidt-Salomon, Helge Nyncke und das Alibri-Kollektiv vorlegten. Diese erscheint nun, um ein Vorwort und ein Nachwort von Michael Schmidt-Salomon ergänzt und zahlreiche Abbildungen angereichert, in Kürze als Buch.

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Alibri Verlag auf der Leipziger Buchmesse

Vom 15. bis 18. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Unser Stand, den wir uns mit dem Unrast Verlag teilen, findet sich in Halle 5, E 400. Dort werden wir die Neuerscheinungen der letzten Monate ausstellen sowie unser komplettes Kinderbuchprogramm.
Nur ein paar Meter weiter steht die Bühne, die Veranstaltungsplattform der linken Verlage auf der Leipziger Buchmesse. Dort gibt es im Halbstundentakt Vorträge, Buchvorstellungen und Diskussionen. Der Alibri Verlag wird am Donnerstag, gleich morgens um 11.3o Uhr, sein Kinderbuchprogramm vorstellen und die Diskussion über die Frage suchen, was denn ein linkes Kinderbuch ausmacht. Am Sonntag um 15 Uhr beschließt Karsten Krampitz die Veranstaltungsreihe, indem er Reinhold Lewins Buch zu Luthers Judenbild vorstellt. Dazwischen liegen über 50 Veranstaltungen, ein Blick ins Programm lohnt sich allemal.

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Unser Bilderbuch „Wut!“ ist für den Huckepack-Preis nominiert

Unser Bilderbuch Wut! von Susana Gómez Redondo und Anna Aparicio Català ist für den diesjährigen HUCKEPACK-Preis nominiert.
Aus 200 eingereichten Werken wählte die Jury nun 11 Bilderbücher für die Bestenliste aus. In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Auf der HUCKEPACK-Shortlist 2018 stehen elf Bilderbücher, die nach Meinung der Jury in hohem Maße dazu geeignet sind, Kindern das Gefühl zu vermitteln, wertgeschätzte Mitglieder der Gesellschaft zu sein. In ihnen begegnen sich Erwachsene und Kinder auf Augenhöhe; sie regen zudem dazu an, sich in andere hineinzuversetzen.“
Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird vom sozialpräventiven Wetzlarer Projekt Vorlesen in Familien und dem Bremer Institut für Bilderbuchforschung verliehen. Stifter des Preisgeldes ist der Verlag das netz in Weimar.
Wir freuen uns sehr, dass Wut! Chancen auf diesen besonderen Preis hat.

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MIZ 4/17: Wunder, Heiler, Aberglauben

Um Wunder, Wunderheiler und den Glauben an beide geht es in der soeben erschienenen Ausgabe der MIZ. Glaube, so stellt Christoph Lammers im Editorial fest, nimmt gerade in diesen Zeiten, die von einem Rückgang des Glaubens gekennzeichnet sind, zu. Eine Paradoxie? Nein. Der Glaube verlagert sich, verharrt in Bereichen, die von der Kirche weitgehend aufgegeben worden sind, weil sie ihr peinlich wurden. Bernd Harder lenkt den Blick hier auf das Phänomen der Stigmatisierten. Der Glaube erobert aber auch Felder, in denen die Wissenschaft eigentlich das Sagen hat, wie Christa Federspiel am Beispiel der Geistheilerei demonstriert. Dass dies der Irrationalität des medizinisch-industriellen Komplexes geschuldet ist, liegt nahe.
Aber reicht das aus, um die beharrliche Verbreitung von Glauben unter den Menschen zu erklären? Stuart Vyse geht der Frage nach, ob abergläubische Rituale vielleicht wirklich funktionieren (und kommt zu einem nicht unbedingt zu erwartenden Ergebnis). Und Rüdiger Vaas verweist darauf, dass Wissenschaft (seriöserweise) keine Letztbegründungen anbietet, viele Menschen aber gerade nach solchen suchen. Weiterlesen

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Kontroverse über Krampitz’ EKD-Buch

In der Wochenzeitung Der Sonntag gibt es in der aktuellen Ausgabe eine Kontroverse über eine zentrale These aus Karsten Krampitz’ Buch „Jedermann sei untertan“. Der Historiker hatte in seiner Überblicksdarstellung zur Geschichte der EKD und ihrer Vorläuferorganisationen im 20. Jahrhundert die Auffassung vertreten, dass die deutschen Protestanten sich viel zu lange an Römer 13 orientiert und deshalb obrigkeitshörig verhalten hätten. Lediglich in einigen ostdeutschen Gliedkirchen habe es hier in den 1970er Jahren einen Kurswechsel gegeben – was auch maßgeblich dazu beigetragen habe, dass die Kirche trotz sinkender Mitgliedszahlen große gesellschaftliche Anerkennung erhielt.
Die Redaktion der Zeitung, die sich hauptsächlich an die Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens richtet, hat den Theologen Rochus Leonhardt eingeladen, Krampitz’ Position zu kritisieren. Weiterlesen

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