Christoph Lammers zu Home Education

MIZ-Chefredakteur Christoph Lammers beschäftigt sich seit langem mit Bildungsfragen (u.a. gehörte er zum Organisationsteam der beiden Trierer Bildungskongresse); ein Aspekt ist die sog. Home Education. Als SWR2 in einem zweiteiligen Radio-Beitrag unter dem Titel Die Weltanschauungen der Freilerner-Eltern über Familien informierte, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken, sondern sie selbst zuhause unterrichten, kam Lammers als Experte zu Wort. Seiner Einschätzung nach ist dies problematisch, weil sich die Gesellschaft aus der Verantwortung stiehlt und dann niemand mehr darauf achtet, ob die Kinder in den Genuss von Meinungsfreiheit, dem Recht auf Selbstentfaltung oder dem Recht „zu entscheiden, ob ich religiös sein will oder eben nicht religiös sein will“, kommen. Er sieht die Gefahr, dass „diese Kinder bestimmte Weltbilder erzählt und vorgelebt bekommen, die nicht nur nichts mit der tatsächlichen Gesellschaft zu tun haben, sondern auch Konfliktpotential bergen“.
Wer den Beitrag anhören möchte, kann dies in der Mediathek des SWR tun, wer den Beitrag lieber lesen möchten, kann sich dort auch das Sendemanuskript herunterladen.

 

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Karlheinz Deschner: Was ich denke

Der Öffentlichkeit ist Karlheinz Deschner (1924-2014) als Kritiker – der neueren deutschsprachigen Literatur und vor allem der christlichen Kirchen – im Gedächtnis geblieben. Der fünfte Band der Deschner-Edition enthält Texte, welche die philosophischen und weltanschaulichen Grundlagen seines Denkens und seines kritischen Blicks auf die Welt ausführlich darlegen.
Sie zeigen einen „unheilbar“ skeptischen Autor, für den die so genannten letzten Fragen offen bleiben; einen Humanisten, der die Perspektive der Unterdrückten und Geschundenen einnimmt; einen Intellektuellen, der an jeder Formulierung so lange feilt, bis sein Argument eine scharfe Waffe ist.
Der Band enthält neben den beiden längeren Texten Was ich denke und Warum ich Agnostiker bin weitere Essays und Reden Karlheinz Deschners sowie zwei Reden von Michael Schmidt-Salomon und Richard Dawkins.

 

Karlheinz Deschner
Was ich denke
Schriften zu Philosophie und Weltanschauung
253 Seiten, gebunden, Euro 20.-
ISBN 978-3-86569-286-3

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

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Zum Tod von Franz M. Wuketits

Franz M. Wuketits war ein außergewöhnlicher Biologe, ein Naturwissenschaftler mit Blick für gesellschaftliche Fragen. Dass er das Vorwort zu unserer Neuausgabe von Kropotkins Gegenseitiger Hilfe verfasst hat, ist insofern kein Zufall. Für ihn war es eine Selbstverständlichkeit, dass unser biologisches Erbe auch unser Sozialverhalten beeinflusst und Konzepte gesellschaftlicher Veränderung größere Erfolgsaussichten haben, wenn sie dies berücksichtigen. Letzte Woche ist unser Autor im Alter von nur 63 Jahren getorben.
Die erste „Begegnung“ zwischen Franz Wuketits und dem Verlag war kein Buch, sondern der Kongress ¡Die erschöpfte Theorie? – Evolution und Kreationismus in Wissenschaften, an dessen Organisation wir 2008 beteiligt waren. In seinem Vortrag stellte Wuketits heraus, dass die Evolutionstheorie auch für die Erklärung kultureller und gesellschaftlicher Phänomene wertvolle Beiträge leisten könne. In der noch im selben Jahr publizierten Dokumentation der Veranstaltung war er dann mit seinem Text über das Erklärungspotential der Evolutionstheorie vertreten – sein erster Auftritt als Alibri-Autor. Es folgten mit Darwins Kosmos und der Neuauflage von Evolution ohne Fortschritt zwei Bücher, später zwei weitere, die er zusammen mit Anton Grabner-Haider verfasste, das schon erwähnte Vorwort sowie einige Aufsätze in Sammelbänden. Den naturwissenschaftlichen Teil unseres Programms hat Franz M. Wuketits erkennbar mitgeprägt. Weiterlesen

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MIZ 1/18: Vollverschleierung und Frauenrechte

Im aktuellen Heft der MIZ steht die Debatte um den Umgang mit vollverschleierten Religiösen im Mittelpunkt. Diese Frage wird derzeit quer durch die politischen Lager kontrovers diskutiert. Die Argumente derjenigen, die ein Verbot befürworten, werden sehr ausführlich in einer Argumentationshilfe der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes ausgebreitet, das in einer gekürzten Fassung wiedergegeben wird. Auch Vera Muth spricht sich in einem Interview „über Ehre, Punk und religiöse Kleiderordnungen“ dagegen aus, im Tragen beispielsweise der Burka einen Akt der individuellen Religionsfreiheit zu sehen. Ohne die dahinterstehende Einschätzung der Frau als „Reproduktionsbesitz“ des Mannes ergäben diese Kleidungsstücke nämlich keinen Sinn. Sie seien Ausdruck des Patriarchats und indem sich voll verschleiernde Frauen dieses unterstützen, habe ihr Verhalten Folgen für alle. Auch Naïla Chikhis Beitrag zum Berliner Neutralitätsgesetz schlägt in dieselbe Kerbe: Eine Lehrerin, die den Schleier trägt, vermittelt Kindern allein dadurch bereits ein Bild über das Verhältnis der Geschlechter, das mit Selbstbestimmung und Emanzipation nichts zu tun hat. Weiterlesen

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Rolf Bergmeier: Machtkampf

Am 28. Februar 380 wird die Grundlage für eine der folgenreichsten Veränderungen der Welt gelegt: Der römische Kaiser Theodosius erlässt das Edikt Cunctos populos. Er verbietet die bisherigen „heidnischen“ Religionen und unterwirft damit alle Bürger des römischen Reiches einer Religion, die er „katholisch“ nennt. Der Erlass verknüpft Staat und katholische Kirche zu einer mächtigen Einheit und bildet die Ouvertüre zu einer Gesellschafts- und Kulturrevolution von explosiver Kraft, die Europa grundlegend verändern und die Welt bis in die fernsten Ecken erschüttern wird.
Das Buch analysiert, wie sich der Katholizismus vom ursprünglichen Christentum trennt und eine Allianz aus Thron und Altar Mitteleuropa klerikalisiert, enturbanisiert und feudalisiert. Es beschreibt einen Religions-Tsunami, der mit kaum zu zügelnder Kraft über Europas Geschichte hinwegrollt und die ökonomische, soziale und kulturelle Entwicklung ganzer Kontinente prägt, und fragt, warum dessen Entstehung in der historischen Forschung kaum Beachtung findet.

Rolf Bergmeier
Machtkampf. Die Geburt der Staatskirche
Vom Sieg des Katholizismus und den Folgen für Europa
206 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-292-4

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

 

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Bernd Harder: Verschwörungstheorien

In „postfaktischen“ Zeiten haben Verschwörungstheorien Konjunktur. Wenn im politischen Diskurs Tatsachen zur Nebensache werden, greifen Menschen verstärkt zu einfachen Erklärungen für vielschichtige Phänomene, suchen nach „Schuldigen“ anstatt nach Ursachen. Häufig sind die Vorstellungen geprägt von einem tiefen Misstrauen gegenüber politischen Institutionen und Mainstream-Medien sowie gleichzeitig durch die Ablehnung der Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen.
Bernd Harder stellt einige wichtige historische und aktuelle Verschwörungstheorien vor. Er zeigt, wie die Berufung auf „alternative Fakten“ funktioniert, welche Bedürfnisse dabei bedient werden und warum es so schwierig ist, die Anhänger davon zu überzeugen, dass sie falsch liegen.
Am Ende wissen wir, welche Fragen an eine Theorie oder einen Erklärungsansatz gestellt werden müssen, um entscheiden zu können, ob wir es mit berechtigter Kritik an vorherrschenden Auffassungen und Verhältnissen zu tun haben oder mit einer Verschwörungstheorie, die auf „alternativen Fakten“ basiert und einer Überprüfung nicht standhält.

Bernd Harder
Verschwörungstheorien
Ursachen – Gefahren – Strategien
Reihe Kritikpunkt.e
165 Seiten, kartoniert, Euro 10.-
ISBN 978-3-86569-123-1

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taz verschleiert wieder

Wer dachte, dass in der Tageszeitung (taz) nach dem Weggang von Daniel Bax und Simone Schmollack ein anderer Umgang mit Religionskritik Einzug halten würde, sieht sich enttäuscht. Nach wie vor gibt die einstmals wichtigste linke Zeitung identitären Positionen eine Stimme.
Diesmal ist es Patricia Hecht, die unter der Überschrift „Helfershelfer der AfD“ die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes angreift. Weiterlesen

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Alibri Kinderbuch in Weimar // Bilderbuchtagung und Verleihung des HUCKEPACK-Preises

Am vergangenen Wochenende waren die Alibri-Mädels Teresa und Mona auf Reisen. Anlass war die Bilderbuchtagung mit anschließender Verleihung des HUCKEPACK-Preises am 14. April im Goethe-Nationalmuseum in Weimar. Mit im Gepäck hatten wir unser nominiertes Bilderbuch WUT! von Susana Gómez Redondo und Anna Aparicio Català, das von der Jury unter die besten 11 Bilderbücher für den HUCKEPACK-Preis 2018 gewählt wurde.

Doch bevor der wunderbare Preis, der Bilderbücher auszeichnet, die Kinder im Rahmen einer Vorlesesituation emotional stärken, feierlich verliehen wurde, gab es spannende Vorträge rund ums Bilderbuch. Und natürlich haben wir auch viele nette Kolleginnen und Kollegen sowie Fachleute aus der Kinderbuch-Branche kennenlernen dürfen. Weiterlesen

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Die Rettung des kleinen Ferkels

Anfang 2008 wurde in Deutschland eine breite gesellschaftliche Debatte darüber geführt, ob „Religionskritik im Kinderzimmer“ legitim sei oder nicht. Vorausgegangen war ein Antrag des Bundesfamilienministeriums, der darauf abzielte, das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott?“, fragte das kleine Ferkel auf den „Index der jugendgefährdenden Medien“ zu setzen. Hätte dieser Antrag Erfolg gehabt, wäre das „kleine Ferkel“ als das wohl erste „Kinderbuch ab 18“ in die Geschichte eingegangen. Die Autoren und der Verlag wehrten sich jedoch erfolgreich gegen diesen Zensurversuch, indem sie eine umfangreiche Verteidigungsschrift vorlegten, die hier erstmals in Buchform veröffentlicht wird.
Zum „Zehnjährigen Jubiläum der Ferkelrettung“ hat Michael Schmidt-Salomon für dieses Buch ein ausführliches Vorwort verfasst, das verdeutlicht, wie aktuell die Probleme geblieben sind, die vor einem Jahrzehnt im Zuge des „großen Streits um das kleine Ferkel“ in ungewöhnlicher Schärfe zum Vorschein kamen. Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen…

Michael Schmidt-Salomon / Helge Nyncke / Gunnar Schedel
Die Rettung des kleinen Ferkels
Warum auch Kinder über Religion lachen dürfen
149 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro 10.-
ISBN 978-3-86569-222-1

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Rückblick auf die Leipziger Buchmesse

Ganz erfolgreich verlief für uns die Leipziger Buchmesse. Vor allem die Kinderbücher stießen auf so reges Interesse, dass bereits am Samstag die Prospekte alle verteilt waren. Und da der Nachschub im Schneechaos rund um Leipzig steckengeblieben ist und die Messe nicht erreicht hat, war das ein kleiner Wermutstropfen. Doch die vielen positiven Reaktionen am Stand ließen das Wetter schnell vergessen. Vor allem Überall und irgendwo, das Kindern, die einen nahen Verwandten verloren haben, ohne Rückgriff auf überweltliche Vorstellungen Trost spendet, erhielt viel Lob.
Für das Sachbuchprogramm brachte der Sonntag mit zwei Buchvorstellungen mit Karsten Krampitz den Höhepunkt. Am frühen Nachmittag wurde der Historiker am Stand der Tageszeitung Neues Deutschland zu seinem Buch über die Geschichte des deutschen Protestantismus im 20. Jahrhundert „Jedermann sei untertan“ interviewt. Und als letzte Veranstaltung auf der Bühne erzählte Krampitz über den Rabbiner Reinhold Lewin und seine wegweisende Arbeit zu Luthers Judenfeindschaft aus dem Jahr 1911, die er im Januar mit einer biographischen Skizze des Autors versehen neu herausgegeben hat.

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