Neuerscheinung: Karsten Krampitz, „Jedermann sei untertan“

Der Schriftsteller und Historiker Karsten Krampitz hat eine kritische Überblicksgeschichte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ihrer Vorläuferorganisationen geschrieben. Er verfolgt den Weg des deutschen Protestantismus durch die Moderne, nachdem die Weimarer Reichsverfassung die evangelischen Kirchen aus dem „landesherrlichen Regiment“ in die Freiheit entließ. Dabei zeigt sich eine lange Kontinuität „nationalprotestantischer“ Einstellungen durch Weimarer Republik und Drittes Reich hindurch bis in die Nachkriegszeit.
Der Autor beschreibt die ablehnende Einstellung des Protestantismus zur Weimarer Republik und untersucht, warum sich kein anderes Sozialmilieu so aufnahmebereit für die Ideologie des Nationalsozialismus zeigte wie das kleinbürgerlich-evangelische. Anhand neuer Quellen und Dokumente erzählt er von der Beteiligung der Kirche an der Ermordung der europäischen Juden und entlarvt die Schilderung vom Widerstand der Bekennenden Kirche im Dritten Reich als Lebenslüge der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Für die Zeit nach dem Krieg macht Krampitz deutlich, dass es auch in der Kirche keine Stunde Null gab. Erst in den Sechzigerjahren erfasst der gesellschaftliche Wandel auch die evangelischen Kirchen. Die organisatorische Trennung der DDR-Kirchen von der EKD trägt dazu bei, dass die Kirchen in beiden deutschen Staaten unterschiedliche Entwicklungen nehmen. Während sich die EKD in Westdeutschland dem Staat andiente, die Wiederaufrüstung durch den Militärseelsorgevertrag begleitete und in ihren Erziehungsheimen schlimmstes Unrecht beging, geriet der ostdeutsche Protestantismus zunehmend in die ideologische Diaspora. Auch der 1969 gegründete Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR litt an Mitgliederschwund, bekam aber gleichzeitig immer mehr Zulauf.


Karsten Krampitz
„Jedermann sei untertan“
Deutscher Protestantismus im 20. Jahrhundert.
Irrwege und Umwege
352 Seiten, kartoniert, Euro 20.-
ISBN 978-3-86569-247-4

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Neuerscheinung: Alfred Binder, Buddhismus

Der Buddhismus ist die älteste der sogenannten Hochreligionen. Seit ungefähr 100 Jahren erfreut er sich auch in Europa stetig wachsender Beliebtheit. Wer nach Gründen für den Erfolg des Buddhismus in der westlichen Welt sucht, wird darauf verwiesen, dass dieser keinen strafenden Gott und keine heiligen Kriege kenne, dass anstelle von Dogmen und blindem Glauben fundiertes Wissen und Meditation stünden. Außerdem stelle keine andere Religion, keine Wissenschaft und keine philosophische Lebenskunst so viele wirksame Methoden zur Bewältigung des modernen Alltags bereit.
Kritische Perspektiven sind seltener zu finden, vor allem aber mangelte es an einer systematisch-kritischen Untersuchung. Alfred Binder stellt die Kernlehre und Praxis des Buddhismus detailliert dar und arbeitet dessen theoretischen Unzulänglichkeiten, Ungereimtheiten und den für vormoderne Epochen typischen Aberglauben präzise heraus. Zunächst führt er durch die kanonischen Lehren und ihre Probleme. Anhand der Mahayana-Philosophie vertieft er die kritische Erörterung zentraler buddhistischer Begriffe und Vorstellungen. Schließlich befasst er sich mit modernen Positionen, die den Buddhismus als Wissenschaft des Geistes und als Psychotherapie verstehen.


Alfred Binder
Buddhismus
Lehre und Kritik
316 Seiten, kartoniert, Euro 20.-
ISBN 978-3-86569-243-6

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Neuerscheinung: Andreas Fincke, Mit Gott fertig?

Die Monographie ist die erste kultursoziologische Gesamtbetrachtung der „säkularen Szene“ in Deutschland und der dort handelnden atheistischen, freigeistigen und humanistischen Organisationen, ihrer Strukturen, Ziele und Programme. Die Studie geht von der zunehmenden Zahl von Konfessionsfreien in der Bevölkerung aus. Die Analyse erfolgt aus kirchennaher, kritischer Sicht und enthält Vorschläge für einen neuen Umgang der Kirchen mit den kirchenkritischen Organisationen – und umgekehrt.


Andreas Fincke
Mit Gott fertig?
Konfessionslosigkeit, Atheismus und säkularer Humanismus in Deutschland
Eine Bestandsaufnahme aus kirchennaher Sicht
Humanismusperspektiven, Band 3
147 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-281-8

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Neuerscheinung: Ralf Schöppner (Hrsg.), Wie geht Frieden?

Frieden ist ein humanistischer Grundbegriff und eine humanitäre Praxis. Nachgezeichnet wird, welche Bedeutung friedensethische Überlegungen in der griechischen Aufklärung und der römischen Republik, bei den Humanisten der Neuzeit und schließlich im modernen Humanismus nach 1945 hatten. Weitere Beiträge zeigen exemplarisch Friedenspraxis in Geschichte und Gegenwart: eine antike Geschichte über Flucht und Neugründung, Humanitarismus, deutsche Außenpolitik nach 1989. Zur Debatte nach einer humanistischen Seelsorge für Soldaten der Bundeswehr werden die unterschiedlichen Standpunkte – samt eines Ausblicks nach Belgien – präsentiert.

Ralf Schöppner (Hrsg.)
Wie geht Frieden?
Humanistische Friedensethik und humanitäre Praxis
197 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-191-0

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Neuerscheinung: Wakonigg/Rath, Das Fliegende Spaghettimonster

Obwohl erst vor einem Jahrzehnt gegründet, ist die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) ein sehr erfolgreicher Anbieter im religiösen Supermarkt. Pastafari, wie ihre Anhänger genannt werden, finden sich mittlerweile weltweit. In einigen Ländern war ihr Kampf um die Gleichberechtigung bereits erfolgreich, so dass die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sich Privilegien erstritten hat, die in der Regel den Religionsgemeinschaften vorbehalten waren. So darf sie in Neuseeland rechtsgültige Trauungen durchführen, und in ersten deutschen Kommunen finden sich Schilder, auf denen die wöchentlichen Termine der Nudelmesse – neben evangelischem und katholischem Gottesdienst – angekündigt werden.
Doch ist die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters tatsächlich eine Religionsgemeinschaft? Oder haben wir es mit einer Religionsparodie zu tun?

 

Daniela Wakonigg / Winfried Rath
Das Fliegende Spaghettimonster
Religion oder Religionsparodie?
Mit einem Vorwort von Michael Schmidt-Salomon
145 Seiten, Abbildungen, kartoniert, Euro 10.-
ISBN 978-3-86569-272-6

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Neuerscheinung: Rudolf Stumberger, München ohne Lederhosen II

München ohne Lederhosen bietet einen Spaziergang durch die Geschichte der bayerischen Landeshauptstadt unter einem kritischen Blickwinkel. Ausgehend von den 1970er Jahren und einer Gesellschaft im Aufbruch führt der Weg in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts. An gegenläufigen Beispielen wie dem Olympiastadion und der Allianz-Arena wird der Umbau der Stadt sichtbar: von durch emanzipatorische Ideen beeinflusste Bauten hin zu einer Architektur des Kommerzes. Doch auch im zeitgenössischen München mit den deutschlandweit höchsten Mietpreisen gibt es noch immer Spuren alternativer, widerständiger Traditionen und die Münchner wehren sich gegen Sozialabbau und Rechtsextremismus.
Das Buch lässt Orte und Gedenkstätten lebendig werden und berichtet wenig bekannte Details dieser Geschichte: von den Wohngemeinschaften und selbstverwalteten Betrieben, die das alternative Milieu hervorgebracht hat, von Hausbesetzern und RAF, von Reichtum und Gentrifizierung, von Gegen-Kultur und Oktoberfest, von den Morden des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ bis zum Amoklauf in der McDonalds-Filiale. Das Buch schließt mit einem Streifzug durch das „soziale München“ und endet bodenständig im Biergarten.

 

Rudolf Stumberger
München ohne Lederhosen
Ein kritisch-alternativer Stadtführer (1968 bis heute)
197 Seiten, zahlreicher Abbildungen, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-241-2

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Neuerscheinung Johannes Fischler, New Cage

Der Umsatz der Esoterik-Industrie liegt in Deutschland bei rund 20 Milliarden Euro jährlich. Dabei kommen professionelle Geschäftsmodelle zum Einsatz, die sich kaum von Vermarktungsstrategien internationaler Konzerne unterscheiden. Denn in einer Welt, in der alles zur Ware gemacht wird, behandeln viele auch den eigenen Gemütszustand als Konsumgut.
Fischler analysiert die Esoterik als marktkompatible Religion vor allem mit Instrumenten aus Psychologie und Marketing. Er zeigt, wie die Anbieter heute ihre Kundschaft binden, erklärt die Motivation der Besucher von Engelsfestivals und Selbstfindungsseminaren. Seine Analysen und Undercover-Recherchen gewähren einen tiefen Einblick in einen boomenden Markt und die davon profitierende Szene.

Johannes Fischler
New Cage
Esoterik 2.0 – Wie sie die Köpfe leert
und die Kassen füllt
Mit einem Vorwort von Michael Schmidt-Salomon
Überarbeitete Neuauflage
298 Seiten, kartoniert, Euro 18.-
ISBN 978-3-86569-277-1

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Johannes Fischler bei plusminus

Ob Esoterik als marktförmige Religion verstanden werden kann, wird seit längerer Zeit diskutiert. Dabei haben sich die Strukturen im vergangenen Jahrzehnt sichtbar verändert. Das ARD-Magazin plusminus wirft in seiner Sendung am Mittwoch, dem 14. Juni, einen Blick auf die Funktionsweise des Esoterikmarktes. Einer der zu Wort kommenden Experten ist Johannes Fischler. Dessen Buch New Cage ist soeben in einer überarbeiteten Neuauflage im Alibri Verlag erschienen. Darin erklärt er, was die Esoterik 2.0 von ihren „Vorläufermodellen“ unterscheidet, wie Anhänger zu „Prosumern“ werden und worin sich das Geschäft mit der Erleuchtung von dem mit der Erlösung unterscheidet.
Mehr zur Sendung ist auf der Webseite von plusminus zu erfahren, mehr zum Buch gibt es auf unserer Verlagswebseite.

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Neuerscheinung Der Freche Mario

Darf man über Religion lachen? Nicht nur im Iran oder Saudi-Arabien kann das für Autorinnen und Künstler gefährlich werden. Auch in Europa gibt es in zahlreichen Staaten Blasphemiegesetze, in Deutschland den § 166 StGB, in Österreich den § 188.
Der Kunstpreis Frecher Mario wurde vom Bund für Geistesfreiheit (bfg) München ins Leben gerufen. Er zeichnet Kunstwerke aus, die sich satirisch-kritisch mit Glauben und Religion, Kirche und Klerus auseinandersetzen. Er setzt damit ein Zeichen für Meinungs-, Presse-, Kunst- und Religionsfreiheit.
Der Bildband präsentiert über 50 ausgewählte Kunstwerke aus den Wettbewerben der Jahre 2008 bis 2016 und stellt die Künstlerinnen und Künstler vor. Neben Karikaturen und Cartoons wird die Kritik auch in Form von Songtexten, Fotografien, Installationen und Videokunst auf ganz individuelle Art geäußert.


Bund für Geistesfreiheit (bfg) München
Der Freche Mario
Kunst, Kultur und ewig währende Wahrheiten
127 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-240-5

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Neuerscheinung Susana Gómez Redondo, Wut

Es gibt Tage, da ist einfach alles wunderbar: das Familienleben ist harmonisch und man sieht die Welt wie durch eine rosarote Brille. Doch dann gibt es wiederum Moment, da machen Mama und Papa einfach nicht das, was der Nachwuchs will. Dann staut sich in den lieben Kleinen eine unbändige Wut, die wie eine scharlachrote Wolke über der ganzen Familie hängt und sich am Ende in Form eines enormen Wutausbruchs entlädt.
Eine Geschichte über Wünsche, Emotionen und die Wichtigkeit zu wissen, wie man richtig zuhört und miteinander kommuniziert.

Susana Gómez Redondo
Wut
Illustriert von Anna Aparicio Català
Aus dem Spanischen übersetzt von Mona Steigerwald
ab 4 Jahren
56 Seiten, gebunden, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-256-6

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