MIZ 3/15: Wider die fromme Propaganda

MIZ315Die MIZ versteht sich selbst als Teil der säkularen Gegenöffentlichkeit, die sich vom kirchen- und religionsfreundlichen Mainstream der Medien durch die Wahl der Themen und ihre kritische Perspektive abhebt. Im aktuellen Heft geht es im Titelthema um eine Selbstreflexion, um „Perspektiven und Grenzen einer säkularen Gegenöffentlichkeit“. Dazu geben zunächst neben dem Chefredakteur der MIZ, Christoph Lammers, vier weitere Medienmacher Auskunft über ihr Verständnis von säkularer Medienarbeit: Frank Nicolai (hpd), Arik Platzek (diesseits), Valentin Abgottspon (frei denken.) und Patrick C. Kloiber (freidenker). Dem steht eine Analyse des Deutschlandradios gegenüber, die zeigt, dass der Vorzeigesender der öffentlich-rechtlichen Anstalten eine erkennbare religionsfreundliche Schlagseite hat.
Ein „Nebenschwerpunkt“ liegt auf dem Thema „Christlicher Lobbyismus“. Neben einem Bericht über die Pressekonferenz des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) anlässlich des Erscheinens des Buches Kirchenrepublik Deutschland wird auch einer der Podiumsbeiträge in einer erweiterten Fassung abgedruckt: Jacqueline Neumann betrachtet darin den „Kirchenlobbyismus außerhalb des Rechtsstaats“.
In weiteren Beiträgen befassen sich Thomas Waschke mit dem „Affenprozess“ von Dayton (1925) und Assia Maria Harwazinski mit der Frage nach der Reformierbarkeit des Islamischen Rechts. Der Philosoph Dieter Birnbacher gibt im Interview Auskunft über seine Einschätzungen zum neuen Gesetz gegen die „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“.
Neben den üblichen Rubriken (Blätterwald, Zündfunke und Internationale Rundschau sowie die Glosse Neulich … in Kentucky) gibt es diesmal noch einen kurzen Beitrag zu religiöser Propaganda auf Briefmarken und ein kleines Fälscher-Quiz, das unser Wissen hinsichtlich christlich motivierter Manipulation von Geschichte und Geschichtsschreibung abfragt.

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