Pressemitteilung: Pius XII. und die Vernichtung der Juden – der Papst wusste viel und tat wenig

Die jetzt in deutscher Sprache erschienene Studie Pius XII. und die Vernichtung der Juden von Dirk Verhofstadt zeigt, dass der Vatikan schon früh über die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung unterrichtet war, jedoch aus politischem Kalkül auf öffentlichen Protest verzichtete.

Seit Rolf Hochhuths Drama Der Stellvertreter wird darüber gestritten, ob Papst Pius XII. eine Mitschuld am Tod der Ermordung von sechs Millionen Juden trifft. Im Zuge des laufenden Seligsprechungsverfahrens wie auch jüngst in zwei Spielfilmen (Pius XII. und Gottes mächtige Dienerin) wurde ein sehr wohlwollendes Bild des Papstes gezeichnet. Zu Unrecht, wie Verhofstadt anhand zahlreicher Dokumente zeigt.

Vor allem die immer wieder vorgetragene Behauptung, eine Intervention des Papstes hätte die Lage der Juden nicht verbessert, kann Verhofstadt anhand der Ereignisse in der Slowakei und in Ungarn entkräften: Hier war das Engagement des Papstes, auch wenn es spät erfolgte, zumindest teilweise und vorübergehend erfolgreich.

In 37 Kapiteln fragt Verhofstadt nach dem grundlegenden Verhältnis des Vatikans zum europäischen Faschismus, nach der Bedeutung des katholischen Antikommunismus für die päpstliche Politik seit den 1920er Jahren, nach der Beteiligung katholischer Priester an der Massakrierung von mehreren Hunderttausend serbisch-orthodoxen Christen in Kroatien oder nach der Fluchthilfe für Kriegsverbrecher nach dem Krieg. Nach 450 Seiten erscheint Pius XII. als ein Papst, der viel wusste und wenig tat, und dessen Seligsprechung ein Schlag ins Gesicht der Opfer des Faschismus wäre.

Dirk Verhofstadt: Pius XII. und die Vernichtung der Juden

 

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