MIZ 3/16: Evas Selbstermächtigung

Um Rollenbilder, Genderfragen und Gleich-stellung geht es im Schwerpunkt von MIZ 3/16. In ihrem Editorial ordnet Nicole Thies die Bestrebungen gegen die „Diskriminierung von Geschlechtern“ in die historische Traditionslinie des Kampfes gegen die „Unterdrückung der Frauen“ ein. Juliane Löffler zeigt dann, dass auch die Kirche diese historische Kontinuität sieht, und der derzeitige Papst nicht so progressiv ist, wie viele meinen: Auch Franziskus geht davon aus, dass die Gender-Theorie einen „Weltkrieg gegen die klassische Ehe“ führt. Dass die klassische Familie heute jedoch nicht mehr als gesellschaftliches Leitbild dienen kann, verdeutlicht das Interview mit der Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz. Und was Gender Mainstreaming mit Gleichstellung zu tun hat, zeigt Brigitte Stepanek am Beispiel Schwedens.
Bettina Bussmann wirft einen kritischen Blick auf relativistische und kulturalistische Tendenzen innerhalb der Gender-Forschung und fordert, dass die „naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Klassifikation ‘Geschlecht’“ nicht polemisch ignoriert werden dürften. Andreas Kemper gelingt eine, bei aller gebotenen Kürze, differenzierte Darstellung des organisierten Antifeminismus (der sich aus den Ansätzen Familismus und Maskulinismus speist).
Da der Schwerpunkt sehr umfangreich ausgefallen ist, gibt es neben den üblichen Rubriken diesmal nur noch zwei weitere Aufsätze: Mukeba Muamba merkt an, dass religiöse Symbole in „öffentlich geregelten Räumen“ wie Schulen oder Gerichten polarisieren. Und Corinna Gekeler nimmt sich zehn Jahre nach seiner Verabschiedung das AGG, also das Antidiskriminierungsgesetz, vor und kommt zu der Einschätzung: gerade hinsichtlich des kirchlichen Arbeitsrechtes und der Diskriminierung von Nicht- und Andersgläubigen geht da noch was. Als „Bonus Track“ findet sich in der Mitte des Heftes ein vierseitiger, vierfarbiger Brief aus Syrien in Comic-Form – über den Islamischen Staat und die Jungfrauen im Paradies.
Weitere Informationen und eine Artikelauswahl auf der MIZ-Webseite; Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite.

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