Gegendarstellung

Es ist schon bitter: Solange du in Beruf und politischem Engagement eingespannt bist, hast du keine Zeit, deinen Heldentaten für die Nachwelt festzuhalten. Und wenn du dich zur Ruhe gesetzt hast und loslegen könntest, bist du alt und hast die Hälfte vergessen.
Das gilt natürlich auch für die Geschichte des Alibri Verlags.
Insofern haben wir uns richtig gefreut, als im Axel Dielmann Verlag das Buch Reizpartie von Matthias Symann angekündigt wurde. Der Autor war Ende der 1990er Jahre einige Zeit als Buchhandelsvertreter für uns unterwegs. Und so konnten wir hoffen, dass die Welt endlich zumindest das Wichtigste über unsere verlegerische Bedeutung und unsere herausragende Rolle bei der Gründung der Assoziation Linker Verlage (aLiVe) erfahren würde.
Umso erschütterter waren wir, als wir das Buch in Händen hielten. Da stimmt nichts, aber auch gar nichts. Und wir sprechen nicht von der gravierenden Fehleinschätzung, unsere Wichtigkeit für die deutsche Verlagsszene betreffend. Nein, es geht um falsche Fakten. Die Namen der Verleger und Vertreterkollgen, ja selbst die Verlagsnamen – falsch. Die Anzahl der Kollektivmitglieder – falsch. Der Ort der ersten aLiVe-Vertreterkonferenz – falsch. Nicht einmal den Belag der Brötchen auf dem damals angerichteten Buffet erinnert Matthias Symann richtig. Dabei ist der Mann nicht alt. Es ist schon bitter, was 20 Jahre im Buchgeschäft aus einem jungen, dynamischen Handlungsreisenden machen können.

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