Messe-Rückblick Leipzig 2017

Von Mittwoch bis Sonntag stellte der Alibri Verlag Bücher auf der Leipziger Buchmesse aus. Blickfänger waren die Kinderbücher, vor allem für Eine Biene zu viel und Schmutzige Füße gab es viele lobende Worte. Auf besonderes Interesse stieß die Luther-Dokumentation Von den Juden und ihren Lügen, obwohl diese bereits vor einem Jahr erschienen ist. Aber offenbar nervt der Luther-Hype und die damit einhergehende weichgespülte Kritik am gefeierten Reformator gerade in Ostdeutschland zahlreiche Menschen.
Am frühen Samstagabend stellte Karten Krampitz auf der Bühne einige Thesen seines in Kürze erscheinenden Buches „Jedermann sei untertan“ vor. Darin geht es um die Irrwege und Umwege, die der deutsche Protestantismus genommen hat, seit er 1918 aus dem landeskirchlichen Regiment in die Freiheit entlassen wurde. Krampitz’ zentrale Einschätzung ist, dass die evangelische Kirche bis weit in die 1960er Jahre in einem „Nationalprotestantismus“ gewissermaßen gefangen war und erst seit diese Vorstellungen aufzubrechen begannen, sich für progressive Entwicklungen geöffnet hat. Unser Foto zeigt den Autor am Stand im Gespräch mit MIZ-Redakteurin Nicole Thies.
Ein Erlebnis der besonderen Art gab es am Sonntagnachmittag. Wie auch im vergangenen Jahr kam es zu einer von Ausstellern aus dem linken Spektrum angestoßenen Protestaktion gegen die rechte Zeitschrift Compact. Ziel war es, Messegäste darüber zu informieren, welches menschenverachtende Gedankengut, sich hinter den Hochglanzplakaten verbirgt. Als wolle er demonstrieren, wie durchgeknallt die Zeitschrift und ihr Umfeld ist, stieg ein Compact-Fan, ausstaffiert mit einem T-Shirt der Partei Die Linke und einem Laptop, mit dem er die protestierende Menge filmte, auf die Theke und skandierte Parolen wie „Heil Merkel“. Dieser Auftritt ließ wohl auch beim unbedarftesten Messebesucher keine Fragen mehr offen.

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