Pressemitteilung: Kirchliches Arbeitsrecht in der Kritik

Studie belegt die systematische Diskriminierung von ArbeitnehmerInnen aus religiöser Motivation

Über eine Million Menschen arbeiten in kirchlichen Einrichtungen. Wer für die Kirchen arbeitet, muss allerdings auf fundamentale Grundrechte verzichten. In ihren Einrichtungen gelten weder das Betriebsverfassungsgesetz noch das „Antidiskriminierungsgesetz“. Zudem werden immer wieder Personen, die ihr Privatleben nicht nach den Geboten Gottes ausrichten, entlassen. Welche Ausmaße dieser Umgang mit den Beschäftigten hat, zeigt nun erstmals umfassend die Studie Loyal dienen der Politikwissenschaftlerin Corinna Gekeler.

Auf der Basis von zahlreichen Tiefeninterviews zeigt die Wissenschaftlerin, wie die beiden Kirchen ihre Sonderrechte dazu nutzen, Menschen wegen einer falschen oder keiner Religionszugehörigkeit zu diskriminieren. So haben Anders- oder Nichtgläubige häufig keine Chance Anstellung bei einer kirchlichen Einrichtung zu finden und das, obwohl kirchliche Einrichtungen nicht selten komplett von der öffentlichen Hand finanziert werden.

Zudem zeigte sich, dass bereits kleinste Verstöße gegen christliche Moralvorstellungen wie Homosexualität, eine Wiederheirat oder das Leben in einer wilden Ehe zur Kündigung führen können. Doch die Beschäftigten nehmen diese Zustände nicht mehr länger einfach hin. Gekeler zeigt daher auch Perspektiven für eine Veränderung der Verhältnisse auf.

Corinna Gekeler: Loyal dienen
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