Buchmesse und Gegenbuchmasse

Nach fast 20 Jahren verzichtet der Alibri Verlag 2013 auf eine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse. Über viele Jahre hinweg war es uns gelungen, durch den Gemeinschaftsstand der Assoziation Linker Verlage, später unter Beteiligung weiterer undogmatischer linker Verlage, einen Anlaufpunkt zu schaffen, für all jene, die auf der Suche nach abweichenden Einschätzungen und Positionen waren. In den letzten Jahre zeigte sich jedoch, dass unser Stand nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit erreicht hat.

Die Gründe dafür sind vielfältig und die Mehrzahl liegt außerhalb unseres Einflussbereiches. Der Trend, dass die Buchmesse immer mehr zum „Event“ mit vielen Einzelevents wird, trifft vor allem die kleinen Verlage. Wo Boxringe und Kochstraßen das Publikum in ihren Bann ziehen, wird das Buch zur Nebensache, und die Verlage, die vor allem Bücher zu bieten haben, ebenso. Die Messeleitung hat seit einigen Jahren diese Entwicklung noch durch die rabiate Steigerung der Eintrittspreise an den Fachbesuchertagen befördert. In der Folge machten sich bestimmte Besuchergruppe, zum Beispiel Büchertischgruppen oder in der Erwachsenenbildung Tätige, rar.
Diese Kundengruppen und Multiplikatoren versuchen wir nun auf anderen Wegen zu erreichen; Zeit und Geld, das wir bislang in die Buchmesse investiert haben, setzen wir nun anders ein.

Völlig ohne uns findet „Frankfurt“ aber nicht statt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gegenbuchmasse präsentieren Alexa Waschkau und Sebastian Bartoschek am 10. Oktober im Club Voltaire ihr Buch Ghosthunting. Und im Rahmen der Langen Buchnacht am 12. Oktober liest Helge Nyncke im ExZess aus seinem neuen Kinderbuch Ich darf das!.

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