Alibri trauert um Désirée Ritter

DesireeSie war dem Verlag fast 15 Jahre lang verbunden. Wer die MIZ abonniert hatte, wurde von ihr „verwaltet“, wer Bücher bestellte, erhielt von ihr die Rechnung. Sie gehörte zu jenen Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass es vorangehen kann. Für uns hieß das: Sie hat das Büro organisiert, hat mit ihrer langjährigen Kollektiverfahrung dazu beigetragen, dass wir Bücher produzieren und Diskussionen anstoßen konnten. Nun ist Désirée Ritter nach längerer Krankheit, aber doch unerwartet gestorben.

Alle, die im Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) politisch aktiv sind und in den letzten 15 Jahren auf einem Koordinationsausschuss in Aschaffenburg waren, sind ihr im Hannebambel begegnet, wo sie im Kneipenkollektiv arbeitete. Die MIZ-Redaktion, die Kolleginnen & Kollegen der Assoziation Linker Verlage (aLiVe), Vertreter und Autorinnen – alle hat sie nach ermüdenden Sitzungen und Besprechungen kulinarisch entschädigt.

Zeitlebens war Désirée politisch interessiert. Ihr libertärer Geist rieb sich an „Autoritäten“ und ihre rebellische Ader ließ sie gegen Ungerechtigkeiten aufbegehren. In den 1980er Jahren, als die Grünen noch die Gesellschaft verändern wollten, hatte sie einen Ortsverband mitgegründet und nahm für die Partei ein kommunales Mandat wahr. Später galten ihre Sympathien eher außerparlamentarischen Initiativen.

Ihr Tod trifft uns als Verlag sehr hart und ist auch für die säkulare Szene ein Verlust, da sie im Hintergrund an fast allen Kampagnen und Aktionen, die wir in den letzten Jahren selbst durchgeführt oder unterstützt haben, beteiligt war. Am schwersten wiegt aber, daß ein außergewöhnlicher Mensch für immer gegangen ist.

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