Alibri unterstützt Petition gegen § 166

CharlieHebdoEs war nur eine kurze „Schamfrist“, die von den Konservativen nach der Ermordung der Redakteure von Charlie Hebdo eingehalten wurde. Kaum war die Kanzlerin von ihrem medienträchtigen Auftritt als Demonstrantin in Paris zurück, wurden aus der CSU Forderungen laut, den § 166 StGB zu verschärfen. Dieser Paragraph bedroht jene mit bis zu drei Jahren Haft, die Aussagen einer Religion oder eine Kirche „beschimpfen“ und damit den öffentlichen Frieden stören. Im Grundsatz sind sie sich eben doch mit den Mördern von Paris einig: Was sie für „Gotteslästerung“ halten, muss bestraft werden. Nur über das Strafmaß gehen die Ansichten auseinander.
Wir dagegen fordern seit Jahren die Abschaffung des Zensurparagraphen. Er dient ausschließlich der Repression von Kirchenkritik und Kunst (in einem unserer ersten Bücher, Zensur im Namen des Herrn, haben wir dies ausführlich dargestellt). Und aus der Tatsache, dass der § 166 in den letzten 20 Jahren nur selten zur Anwendung kam, zu schließen, dass dies auch künftig so sein muss, wäre ein Denkfehler. Der einzig sichere Weg, dieses Damoklesschwert loszuwerden, wäre die Streichung des Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch. Derzeit läuft eine Petition, die vom Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung und Alibri-Autor Michael Schmidt-Salomon eingereicht wurde und genau dies fordert. Auf der Petitionsseite des Bundestages kann sie unterzeichnet werden – wozu wir ausdrücklich auffordern.
Das Bild stammt von Wikipedia, ist von Basili aufgenommen und zeigt übrigens einen Zeitungskiosk in Paris, an dem ein Plakat mit der Titelseite der ersten Ausgabe von Charlie Hebdo nach dem Anschlag hängt.

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