MIZ 1/15: Ist Glaube gesund?

MIZ115Mit MIZ 1/15 ist nun der zweite Teil des Doppel-schwerpunkts über das Verhältnis von Glauben und Gesundheit erschienen. Carsten Frerk zeigt anhand einiger Beispiele, dass Religiosität weder auf die organische noch für die psychische Gesundheit eine klar zu benennende Wirkung ausübt. Denn religiöse Elemente wirken nicht für sich, sondern im Rahmen unserer gesamten Lebensführung. Statistisch gesehen haben Menschen mit geregeltem Einkommen, formal höherer Bildung und funktionierendem sozialen Umfeld weniger gesundheitliche Probleme; Religion ist da nur Nebensache. Diese Einschätzung bestätigt in der Tendenz auch das lange Interview mit dem Gesundheitswissenschaftler David Klemperer. Gesund ist Glauben nach seiner Auffassung dann, wenn damit Zuversicht verbunden ist. In einem weiteren Interview sprechen Wolfram Pfreundschuh  und Colin Goldner über alternativ-medizinische Verfahren, ihre Risiken und die Gründe für ihre Beliebtheit.
Anfang 2010 hatte der Wissenschaftsrat empfohlen, einerseits Islamische Theologie an deutschen Universitäten einzurichten und andererseits die Unabhängigkeit der Religions-wissenschaft zu stärken. Vera Muth und Gunnar Schedel zeigen, dass nur die erste Forderung umgesetzt wurde und erläutern die Hintergründe. Weitere Artikel im Bereich „Staat und Kirche“ befassen sich mit den Nudelmessen-Schildern der Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters in Templin und dem Datenmissbrauch im Zuge der Jagd auf vermeintliche Kirchensteuerflüchtlinge in Berlin.
Zwei Beiträge beschäftigen sich mit internationalen Themen: Arzu Toker spricht mit einem Vertreter des ersten atheistischen Vereins in der Türkei und Paul Tobin berichtet über Ungläubige in Singapur. Komplettiert wird das Heft durch einen Artikel zum Gottesbegriff bei Charles Fourier und die üblichen Rubriken.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite.

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