Schlaglichter von der IBKA-Convention

IBKA2015#06Am Pfingstwochenende stand der Alibri-Büchertisch in Köln auf der Atheist Convention. Auf Einladung des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) waren internationale Referentinnen und Referenten wie Leo Igwe, Maryam Namazie, Claude Singer oder Nada Peratovic gekommen. Mit Morgan Romano von Ateizm Derne?i haben wir ein kurzes Interview geführt, das in diesem Blog zu lesen ist, von dem einen oder der anderen wird es in den nächsten Ausgaben der MIZ Beiträge geben.
Mit Rolf Bergmeier, Carsten Frerk, Corinna Gekeler, Colin Goldner, Michael Schmidt-Salomon und Arzu Toker standen während der drei Tage gleich sechs Alibri-AutorInnen an Pult. Teilweise stellten sie die Ergebnisse ihrer zuletzt veröffentlichten oder übersetzten Bücher vor, so etwa Arzu Toker die Ausführungen Ilhan Arsels zum Bild der Juden im Koran. Carsten Frerk hatte ein Thema abseits seines sonstigen Forschungsschwerpunktes gewählt: Er erläuterte anhand zahlreicher historischer und aktueller Beispiele, wie Religion in Konflikten als „Brandbeschleuniger“ wirkt. Damit meint er, dass Konflikte, die aus machtpolitischen, ökonomischen oder anderen Gründen vom Zaun gebrochen werden, sich verschärfen, brutaler ausgefochten werden und teilweise auch deutlich schwieriger wieder zu befrieden sind, wenn als zusätzlicher Faktor Religion ins Spiel kommt. Gewissermaßen als Pendant dazu stellte Michael Schmidt-Salomon die These auf, dass Säkularismus die notwendige Grundlage für die Lösung solcher Konflikte ist: Ohne Trennung von Religion und Politik ist eine nachhaltige Befriedung meist nicht zu haben.
IBKA2015#02Ein ausführlicherer Bericht wird in Heft 2/15 der MIZ erscheinen und in den kommenden Wochen werden die Beiträge nach und nach auf dem YouTube-Kanal des IBKA zu sehen sein. Deshalb an dieser Stelle nur noch eine kurze Momentaufnahme: Nach Maryam Namazies Vortrag über Strategien gegen die religiöse Rechte, deren stärksten Arm sie derzeit im Islamismus sieht, meldete sich Leo Igwe in der Diskussion. Sinngemäß übersetzt sagte er: „Also, ich sag euch mal was: Islam ist Rassismus! Warum ist deren Prophet der größte und letzte? Warum darf es keinen neuen Propheten geben, der da herkommt, wo ich herkomme, aus Afrika? Warum kommen alle größten Propheten immer aus dem Nahen Osten?“ Wer sich jetzt vorstellt, dass Leo dabei wohl ein klitzekleines bisschen gegrinst haben muss, hätte auf der Convention wahrscheinlich genau die richtigen Leute für anregende Gespräche getroffen.
Das untere Foto zeigt MIZ-Redakteurin Daniela Wakonigg und Colin Goldner im Gespräch mit der Filmemacherin Ricarda Hinz, die auf der Convention drehte.

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