Gegendarstellung

Es ist schon bitter: Solange du in Beruf und politischem Engagement eingespannt bist, hast du keine Zeit, deinen Heldentaten für die Nachwelt festzuhalten. Und wenn du dich zur Ruhe gesetzt hast und loslegen könntest, bist du alt und hast die Hälfte vergessen.
Das gilt natürlich auch für die Geschichte des Alibri Verlags.
Insofern haben wir uns richtig gefreut, als im Axel Dielmann Verlag das Buch Reizpartie von Matthias Symann angekündigt wurde. Der Autor war Ende der 1990er Jahre einige Zeit als Buchhandelsvertreter für uns unterwegs. Und so konnten wir hoffen, dass die Welt endlich zumindest das Wichtigste über unsere verlegerische Bedeutung und unsere herausragende Rolle bei der Gründung der Assoziation Linker Verlage (aLiVe) erfahren würde.
Umso erschütterter waren wir, als wir das Buch in Händen hielten. Da stimmt nichts, aber auch gar nichts. Und wir sprechen nicht von der gravierenden Fehleinschätzung, unsere Wichtigkeit für die deutsche Verlagsszene betreffend. Nein, es geht um falsche Fakten. Die Namen der Verleger und Vertreterkollgen, ja selbst die Verlagsnamen – falsch. Die Anzahl der Kollektivmitglieder – falsch. Der Ort der ersten aLiVe-Vertreterkonferenz – falsch. Nicht einmal den Belag der Brötchen auf dem damals angerichteten Buffet erinnert Matthias Symann richtig. Dabei ist der Mann nicht alt. Es ist schon bitter, was 20 Jahre im Buchgeschäft aus einem jungen, dynamischen Handlungsreisenden machen können.

Veröffentlicht unter Hintergrund | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Gegendarstellung

MIZ 4/16: Die Verhältnisse zum Tanzen bringen

Ende November wurde der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts bekannt, dass das Bayerische Feiertagsgesetz, das für den Karfreitag keinerlei Ausnahmen von den „Stiller Tag“-Regelungen vorsah, nicht rechtens sei. Mit diesem Erfolg setzt sich der Schwerpunkt des aktuellen MIZ-Heftes auseinander. Während Gerhard Czermak die juristische Dimension des Richterspruches erörtert, erzählt Assunta Tammelleo, als Vertreterin des Bundes für Geistesfreiheit (bfg) München, der den Stein ins Rollen gebracht hatte, vom langen Weg vom Quasi-Verbot der Religionsfreien Zone im April 2007 bis zum juristischen Erfolg knapp 10 Jahre danach.
Ebenfalls ein Jahrzehnt zurück blickt Vera Muth: Damals wurde über die Aufhebung des Verbots der religiösen Voraustrauung debattiert und dieses letztlich auch abgeschafft. Arzu Toker wendet den Blick in die Türkei und schildert unter welch bedrückenden Umständen die türkischen Atheisten von Ateizm Derneği agieren müssen. Ebenfalls mit islamischem Fundamentalismus setzt sich der französische Film Salafistes auseinander, den Assia Maria Harwazinski vorstellt.
Als Beitrag zur aktuellen Humanismus-Debatte verstehen sich die fünf Thesen von Horst Groschopp. Darin beklagt der ehemalige Präsident des HVD die „grundsätzliche Distanz derjenigen, die sich als Atheisten organisieren“, gegenüber dem Humanismus. Zwei weitere Beiträge erinnern an Denker der Aufklärung: Gottfried Beyvers stellt den deutsch-französischen Philosophen Paul Henri Thiry d’Holbach vor und Rüdiger Vaas gratuliert Stephen Hakwing zum 75. Geburtstag.
Weitere Informationen und eine Artikelauswahl auf der MIZ-Webseite; Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite.

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für MIZ 4/16: Die Verhältnisse zum Tanzen bringen

Neuerscheinung: Schokolade und Sahne

Als im Hafen ein Schiff anlegt, läuft Martin  neugierig an den Kai. Dort trifft er auf Upendo, der so ganz anders aussieht als er selbst: Upendo hat so dunkle Haut, dass Martin sofort an Schokolade denkt und herzhaft in Upendos Arm beißt, um zu „probieren“ und damit seine Vermutung zu bestätigen. Upendo findet das überhaupt nicht lustig, denkt aber seinerseits, dass Martin so weiß wie Sahne ist und beißt ebenfalls zu…

Beide Jungs erkennen schnell, dass sie sich ähnlicher sind, als sie zunächst dachten: Ein Biss in den Arm tut immer weh – egal, ob man dunkle oder helle Haut hat – und die Hautfarbe hat sowieso gar nichts mit Schokolade oder Sahne zu tun.

Ricardo Cie
Schokolade und Sahne
Illustriert von Mey
Aus dem Spanischen übersetzt
von Mona Steigerwald
Ab 4 Jahren
24 Seiten, gebunden, Euro 13,50
ISBN 978-3-86569-254-2

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Neuerscheinung: Schokolade und Sahne

Franz-Josef Wetz auf SWR2 Wissen

Am Sonntag, dem 5. Februar, wird unser Autor Franz-Josef Wetz im SWR-Hörfunk zentrale Thesen aus seinem neuen Buch Exzesse vorstellen. In der Sendereihe Aula wird eine halbe Stunde lang die Frage verhandelt, wie mit Aggression umzugehen ist. Dabei geht es aber nicht um therapeutische Aspekte, sondern um die grundlegende philosophische Frage, ob der Mensch vollständig „domestiziert“ werden kann oder ob es nicht sinnvoll sein könnte, Reservate für lustvolle Exzesse zu schaffen. Wer mehr dazu wissen möchte, sollte am kommenden Sonntag um 8.3o Uhr das Radio einschalten.
Weitere Informationen zum Buch finden sich auf unserer Verlagswebseite.

Veröffentlicht unter Medienauftritte | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Franz-Josef Wetz auf SWR2 Wissen

MIZ 3/16: Evas Selbstermächtigung

Um Rollenbilder, Genderfragen und Gleich-stellung geht es im Schwerpunkt von MIZ 3/16. In ihrem Editorial ordnet Nicole Thies die Bestrebungen gegen die „Diskriminierung von Geschlechtern“ in die historische Traditionslinie des Kampfes gegen die „Unterdrückung der Frauen“ ein. Juliane Löffler zeigt dann, dass auch die Kirche diese historische Kontinuität sieht, und der derzeitige Papst nicht so progressiv ist, wie viele meinen: Auch Franziskus geht davon aus, dass die Gender-Theorie einen „Weltkrieg gegen die klassische Ehe“ führt. Dass die klassische Familie heute jedoch nicht mehr als gesellschaftliches Leitbild dienen kann, verdeutlicht das Interview mit der Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz. Und was Gender Mainstreaming mit Gleichstellung zu tun hat, zeigt Brigitte Stepanek am Beispiel Schwedens.
Bettina Bussmann wirft einen kritischen Blick auf relativistische und kulturalistische Tendenzen innerhalb der Gender-Forschung und fordert, dass die „naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Klassifikation ‘Geschlecht’“ nicht polemisch ignoriert werden dürften. Andreas Kemper gelingt eine, bei aller gebotenen Kürze, differenzierte Darstellung des organisierten Antifeminismus (der sich aus den Ansätzen Familismus und Maskulinismus speist). Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für MIZ 3/16: Evas Selbstermächtigung

Unsere neuen Kinderbücher im Frühjahr 2017

Wir arbeiten zwar gerade noch an den neuen Kinderbüchern für das Frühjahr 2017, aber wer schon sehr neugierig ist, kann hier in unsere aktuelle Vorschau reinblättern.

Nach dem großen Thema Integration im letzten Jahr geht es diesmal um ganz große Gefühle: Wut und Misstrauen sind die Themen, die unsere AutorInnen und IllustratorInnen auf ganz besondere Weise in ihren Bilderbüchern darstellen…

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Unsere neuen Kinderbücher im Frühjahr 2017

Neue Bücher im Frühjahr 2017

Die Bücher sind noch in Arbeit, aber wer schon mal schauen, will, was wir fürs Frühjahr vorgesehen haben, kann hier schon mal in unsere Vorschau für das Sachbuch-Programm reinblättern. Es geht um Luther und die protestantische Kirche, um die AfD und Irrwege der Kapitalismuskritik, um das Fliegende Spaghettimonster und Drogen…

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Kommentare deaktiviert für Neue Bücher im Frühjahr 2017

Zur Neuauflage von Karlheinz Deschners Opus Diaboli bei Alibri

von Gabriele Röwer

Karlheinz Deschner: Opus diaboliDer Alibri Verlag bringt aktuell als vierten Band seiner Deschner-Edition den Klassiker Opus diaboli neu heraus. Die fünfzehn „unversöhnlichen Essays über die Arbeit im Weinberg des Herrn“ vermitteln in nuce die Essenz des umfangreichen kirchenkritischen Gesamtwerks von Karlheinz Deschner, wie dieses sprachlich brillant und, obwohl erstmals 1987 publiziert, unvermindert  brisant.

Wie sehr die selbsternannten „Stellvertreter Christi auf Erden“ seit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion im 4. Jahrhundert das Friedens- und Armutsideal des synoptischen Jesus ins krasse Gegenteil verkehrten, nicht zuletzt mithilfe der  sogenannten Konstantinischen Schenkung – der größten weltgeschichtlichen Fälschung, so Deschner, „gewaltigster Auftakt ungezählter geistlicher Gaunereien des Mittelalters“ –, beleuchtet er in Man nennt es Heilsgeschichte und „Weide meine Lämmer!“ sowie, für die neueste Zeit, in Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert. Durch die Mitschuld Roms an beiden Weltkriegen und die Etablierung der faschistischen Regime in Italien und Deutschland, Spanien und Kroatien – theologisch vielfach rechtfertigt, siehe Michael Schmaus – einer statt vieler – sieht er die Catholica nicht minder belastet als durch all die Massaker zuvor, die Heidenschlächtereien und Ketzerjagden, die Judenpogrome  und Hexenverbrennungen, die Abschlachtung von Indianerstämmen im Zuge der Missionierung Südamerikas – siehe Ein Papst reist zum Tatort –, die finanzielle Ausblutung der Gläubigen hierzulande, gefügig gemacht durch eine extrem repressive Sexualmoral mit Höllenandrohungen bei Zuwiderhandlung, siehe Sexualität und Christentum. Gipfel klerikaler Doppelmoral: Maria, die Gottesmutter, Heilige und Kriegsgöttin, zumal im antikommunistischen Kampf, siehe Morden mit Maria. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Hintergrund | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Zur Neuauflage von Karlheinz Deschners Opus Diaboli bei Alibri

Neuerscheinung: Koldo Izagirre, Schmutzige Füße

Zur Mittagszeit, wenn die Sonne brennt und niemand auf der Straße ist, geht Schmutzige Füße aus dem Haus, um auf dem großen Platz Himmel und Hölle zu spielen. Zu dieser Tageszeit nutzen für gewöhnlich Migranten das öffentliche Telefon, um von dort aus an fernen Orten anzurufen. Schmutzige Füße versteht nicht immer, was die Einwanderer sagen, aber sie weiß, was sie denjenigen erzählen, die sie in der Ferne zurückgelassen haben.

Koldo Izagirre: Schmutzige FüßeKoldo Izagirre

Schmutzige Füße

Illustriert von Antton Olariaga
Aus dem Spanischen übersetzt von Mona Steigerwald
Ab 7 Jahren
28 Seiten, gebunden, Euro 14.-
ISBN 978-3-86569-255-9

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Neuerscheinung: Koldo Izagirre, Schmutzige Füße

Neuerscheinung: Horst Groschopp, Pro Humanismus

Die Monographie ist die erste umfängliche Kulturstudie zum Humanismus in der „säkularen Szene“ und über den Humanistischen Verband Deutschlands. Vorgestellt werden die Diskussionen am Beispiel einiger Streitfragen wie Säkularisierung, Weltanschauung, Bekenntnis, Freidenkertradition, Ethik, „Konfessionalität“, Demokratie, Pazifismus und Verbandspolitik. Der Band enthält eine umfängliche Dokumentation.

Horst Groschopp: Pro Humanismus
Horst Groschopp

Pro Humanismus
Eine zeitgeschichtliche Kulturstudie.
Mit einer Dokumentation

Reihe Humanismusperspektiven, Bd. 1
287 Seiten, kartoniert, Euro 24.-
ISBN 978-3-86569-245-0

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

 

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Kommentare deaktiviert für Neuerscheinung: Horst Groschopp, Pro Humanismus