Rolf Cantzen: Esoterische Biotope

Zur Satsang-Szene gehören im deutschsprachigen Raum etwa 200 spirituelle MeisterInnen – Tendenz steigend. Sie wollen den Menschen Advaita nahe bringen, ein Einheitserlebnis, einen Zustand jenseits des Denkens und Fühlens, voller Liebe, Harmonie, Frieden und Glück. Der Haken an der Sache: Dieser Zustand kann nicht gezielt herbeigeführt werden. Eine Voraussetzung ist die Abschaltung des „Mind“, des Verstandes. Der Verstand beurteilt, kritisiert und erzeugt Zwiespalt. Er ist für alles Unglück verantwortlich ist. Er ist es auch, der den spirituellen Meister kritisiert …
Rolf Cantzen berichtet aus den esoterischen Parallelwelten von nebenan und über die dort anzutreffende bunte Mischung verschiedenster religiöser Elemente. Er schreibt über Intellektuelle, die ihren Verstand überwinden wollen, über gechannelte Omas, Außerirdische und Engel, über spirituelle GmbHs und Aktiengesellschaften, verpatzte Krafttier-Suchen, über das Geister-Management energischer Hohepriesterinnen, darüber, dass man mit Einhörnern nur kuscheln darf (mehr nicht), und nicht zuletzt über das eigene spirituelle Scheitern.
Reportagen und Hintergrundberichte über das wundersame Diesseits des neu kreierten Jenseits.

 

Rolf Cantzen
Esoterische Biotope
Erleuchtungen in der Satsang-Szene nebst Besuchen bei Engeln und Einhörnern
146 Seiten, kartoniert, Euro 10.-
ISBN 978-3-86569-295-5

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Rolf Cantzen: Esoterische Biotope

Barrientos / Krampitz (Hrsg.): Der Feuerstuhl

Dieser Sammelband ist eine Verbeugung vor dem Revolutionär Ret Marut und dem Schriftsteller B.Traven – vor allem aber eine Hommage an sein Werk. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Künstler sowie Travens herrschaftskritischem Blick auf eine (nur) repräsentative Demokratie. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Roman Regierung, der vom Kontrast geprägt ist zwischen der luxuriösen Lebenswelt einer regierenden Clique und dem bitteren Alltag der indigenen Bevölkerung. Der Ortssekretär eines abgelegenen Dorfes wird als korrupter Diktator dargestellt, der den Indios auch noch das letzte Geld abpresst. Wie ein moralischer Gegenentwurf zum Ortssekretär, gegen den sich die Menschen nicht wehren können, erscheint die alljährliche Inthronisierung eines neuen Häuptlings, dem die Dorfbewohner buchstäblich Feuer unterm Hintern machen. Mit dieser Romanszene – dem Feuerstuhl – beschäftigen sich mehrere Beiträge.

 

Simone Barrientos / Karsten Krampitz (Hrsg.)
Der Feuerstuhl
Werk und Wirkung des Schriftstellers B. Traven
239 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-302-2

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf unserer Verlagsseite

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Barrientos / Krampitz (Hrsg.): Der Feuerstuhl

Alibri Verlag auf der Buchmesse in Leipzig

Vom 21. bis 24. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Den Stand teilen wir uns dieses Jahr mit dem Unrast Verlag und Edition AV; er findet sich in Halle 5, E 400. Dort werden wir neben unserem umfangreichen Herbstprogramm erste Novitäten 2019 präsentieren sowie unser komplettes Kinderbuchprogramm.
Im selben Gang steht die Bühne, die Veranstaltungsplattform der linken Verlage auf der Leipziger Buchmesse. Dort gibt es im Halbstundentakt Vorträge, Buchvorstellungen und Diskussionen. Für uns macht Übersetzer Lou Marin den Auftakt und stellt am Donnerstag um 12 Uhr Nedjib Sidi Moussas Buch Wie Muslime erzeugt werden vor. Am Samstag um 12.3o Uhr geht es um Ideologie und gesellschaftlichen Einfluss der Anthroposophie, wenn André Sebastiani seine „kurze Kritik“ derselben zusammenfasst. Am Sonntag, dem 24. März, erinnert Mitherausgeber Karsten Krampitz an dem Schriftsteller B. Traven, dessen Todestag sich wenige Tage darauf zum 50. Mal jährt. Insgesamt sind es über 50 Veranstaltungen, ein Blick ins Programm lohnt sich allemal.
Außerdem haben wir am Freitag und am Samstag, jeweils um 14 Uhr, einen „Autor am Stand“. Joachim Sohn, der den Roman Wie ich Jesus Star Wars zeigte, verfasst hat, freut sich auf Fragen und Diskussionen und wird auf Wunsch auch signieren.

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Kommentare deaktiviert für Alibri Verlag auf der Buchmesse in Leipzig

Anmerkungen zur KNV-Insolvenz und den Folgen

Die Katastrophe war vielleicht nicht absehbar, aber dass es bei KNV seit einiger Zeit nicht mehr rund lief und die Geschäftsleitung spätestens mit der Verlagerung nach Erfurt offenbar überfordert war, war auch ohne Insiderwissen festzustellen. Wer länger im Buchhandel tätig war und Einblick in Details des Alltagsgeschäfts wie Bestell- und Remissionsverhalten oder Paketlaufzeiten beim Bücherwagen hatte, konnte diese Wahrnehmung mit zahlreichen Beispielen illustrieren.
Trotzdem war es für die meisten ein Paukenschlag, als die KNV-Gruppe letzten Donnerstag Insolvenz anmeldete. Denn das Unternehmen ist „systemrelevant“. Es betreibt nicht nur das Barsortiment, das die meisten Buchhandelskunden beliefert, sondern auch eine Verlagsauslieferung für bekannte Publikumsverlage wie Suhrkamp oder Piper und sorgt mit seinem Bücherwagendienst dafür, dass Bücher schnell vom Verlag in den Buchladen kommen. Hinzu kommt, dass zahlreiche Buchhandlungen mit der Software von KNV ihre Warenwirtschaft organisieren. Dass ein so bedeutender Baustein im System Buchhandel zusammenbrechen könnte, lag schlicht außerhalb der Vorstellungswelt der Branche.
Der Zeitpunkt ist vor allem für Verlage eine Katastrophe. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Hintergrund | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Anmerkungen zur KNV-Insolvenz und den Folgen

MIZ 4/18: 100 Jahre Waldorfschule

Mit der umstrittenen Waldorfpädagogik und der dahinter stehenden Anthroposophie Rudolf Steiners setzt sich das neue Heft der MIZ auseinander. Vor 100 Jahren wurde von einem Industriellen die erste Waldorfschule eingerichtet, heute gibt es alleine in Deutschland über 200. Im Editorial verweist Gunnar Schedel darauf, dass die Anthroposophie aufgrund ihrer „niedrigschwelligen“ Angebote in den Bereichen Kindererziehung, Bio-Lebensmittel und Alternativmedizin eine moderne Religion ist. Lange bevor der „religiöse Supermarkt“ die vorherrschende Angebotsform wurde, erwiesen sich die Angebote der Anthroposophen als marktkompatibel. Inhaltlich hingegen fuße Steiners Vorstellungswelt auf dem Okkultismus des 19. Jahrhunderts. So sei die Anthroposophie ein Gedankengebäude „moderner Reaktionäre“. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für MIZ 4/18: 100 Jahre Waldorfschule

Unser Frühjahrsprogramm 2019

In Kürze geht es los mit den neuen Büchern des Jahres 2019. Wir starten mit einem Sammelband zu Leben und Werk des Schriftstellers B. Traven, dessen Todestag sich im März zum 50. Mal jährt. Kurz darauf wird die aktualisierte Autobiographie der Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi erscheinen – als alternativer Blick auf 40 Jahre „Islamische Republik“ Iran.
Auch der dritte Titel hat (in gewisser Weise) einen aktuellen Bezug, obwohl er ein historisches Thema behandelt. Denn in der Geschichte vom Aufstieg des „Radio-Priesters“ Charles Coughlin scheinen viele Aspekte auf, die auch gegenwärtig in der amerikanischen Gesellschaft und Politik eine Rolle spielen: der Erfolg populistischer Versprechungen, die Nutzung neuer Medien, die Konfrontation von Demagogie und wehrhafter Demokratie.
Ein Sammelband von Ursula Neumann schließlich führt die Reihe Humanismusperspektiven fort.
Wer mehr über die einzelnen Projekte wissen möchte, kann einen Blick in unsere Vorschau werfen.

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Kommentare deaktiviert für Unser Frühjahrsprogramm 2019

Neue Bilderbücher im Frühjahr 2019

Zwei neue bunte Bilderbücher laden im Frühjahr 2019 zum Nachdenken und Diskutieren ein.

Älter als die Sterne von Karen C. Fox und Nancy Davis ist ein Evolutionsbuch der besonderen Art. Mit wilden Farben und Formen erzählt es die Entstehung der Welt vom Big Bang bis heute. Auf kindgerechte Art vereint es wissenschaftliche Fakten mit einer künstlerischen Darstellung.

In Die lange Reise im Fahrstuhl von Isabel Acker und Eva Künzel lernen wir die Bewohner eines Hochhauses kennen, die sich jeden Tag im Aufzug begegnen. Eines fällt dabei auf: Egal, aus welchen Land die Personen im Fahrstuhl kommen, welches Alter sie haben oder welche Sprache sie sprechen: Die freundliche Begrüßung und Verab­schiedung ist wichtiger Bestandteil ihres Zusammenlebens in der Multi-Kulti-Gesellschaft.

Veröffentlicht unter Kinderbuch, Neue Bücher | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Neue Bilderbücher im Frühjahr 2019

Alibri-Bücher in Funk & Fernsehen

Im Forum am Freitag wurde am 11. Januar auf ZDFinfo Lale Akgün interviewt. Eine Viertelstunde lang sprach die Alibri-Autorin mit Abdul-Ahmad Rashid über ihr Buch Platz da! Hier kommen die aufgeklärten Muslime. Mittlerweile ist der Beitrag auch online abrufbar.

Bereits zum Jahreswechsel gab es im Deutschlandfunk ein längeres Interview mit Carsten Frerk. Darin ging es vor allem um den gesellschaftlichen Einfluss der Kirchen und deren Lobbyarbeit – ein Thema, das ausführlich im Buch Kirchenrepublik Deutschland dargelegt ist. Kurz zuvor war Carsten Frerk von Deutschlandfunk Kultur zur Debatte um eine „Moscheesteuer“ befragt worden.

Veröffentlicht unter Hintergrund | Kommentare deaktiviert für Alibri-Bücher in Funk & Fernsehen

MIZ 3/18: Revolution und Säklarismus

Mit der Novemberrevolution 1918 endete in Deutschland die Zeit der Staatskirchen. Die Suche nach der Rolle, die die beiden großen christlichen Kirchen in der Republik spielen sollten, gestaltete sich hingegen schwierig. Im Editorial der neuen MIZ verweist Chefredakteur Christoph Lammers darauf, dass der Kompromiss der Weimarer Reichsverfassung lediglich die gesellschaftliche Entwicklung nachvollzog, aber für die Lösung zukünftiger weltanschaulicher Entwicklungen nicht taugte. Da die einschlägigen Paragraphen Teil des Grundgesetzes sind, verwundert es nicht, dass bis heute der Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts als Instrument der Religionspolitik angepriesen wird, vor allem wenn es um die Integration „des Islams“ geht. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass Probleme einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts mit einem Modell, das die gesellschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts abbildet, gelöst werden können. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Neue Bücher | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für MIZ 3/18: Revolution und Säklarismus

Osvaldo Bayer gestorben

Osvaldo Bayer war nicht irgendein argentinischer Journalist, sondern die kritische Instanz, wenn es um die Geschichte des Landes ging. Er nannte die Täter beim Namen und gab den Entrechteten eine Stimme. Im Alibri Verlag erschien die von Boris Schöppner besorgte deutsche Übersetzung von Bayers Werk La Patagonia rebelde: Aufstand in Patagonien.
Darin berichtet er vom großen Streik der Landarbeiter im Jahr 1923 und dessen blutiger Niederschlagung. Während der Militärdiktatur war das Buch verboten und sein Autor floh in das Land, in dem er studiert hatte: nach Deutschland. Nach seiner Rückkehr wurde Bayer Professor für Menschenrechte an der Universität von Buenos Aires.
Am 24. Dezember ist Osvaldo Bayer im Alter von 91 Jahren gestorben. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Hintergrund | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Osvaldo Bayer gestorben